Gäste und Pilger auf Erden

 

Wer sich mit der Nachfolge Jesu beschäftigt, kommt nicht umhin, bald auch Dietrich Bonhoeffers Klassiker Nachfolge (veröffentlicht 1937) aufzuschlagen. Darin stellt Bonhoeffer eine Frage, die viele Christen auch heute bewegt:

 

»Jesus war seinen ersten Jüngern leiblich mit seinem Wort gegenwärtig. Dieser Jesus aber ist gestorben und auferstanden. Wie erreicht uns heute sein Ruf in die Nachfolge? Jesus geht nicht mehr leiblich an mir vorrüber, wie am Zöllner Levi, um mir zuzurufen: Folge mir nach!«

 

Mit anderen Worten: Wie funktioniert Nachfolge, wenn wir einem Herrn und Meister nachfolgen, den wir nicht sehen, ja, der heute nicht mehr leibhaftig unter uns lebt, wie er das bei den ersten Jüngern damals tat? Ist Nachfolge unter diesen Bedingungen überhaupt noch relevant, ist sie überhaupt noch möglich? Doch diese und ähnliche Fragen, ja Zweifel an der Möglichkeit der Nachfolge Jesu, nennt Bonhoeffer selbst »unechte Fragen«, weil sie »nicht mir der Tatsache rechnen, dass Jesus Christus nicht tot, sondern heute lebendig ist und durch das Zeugnis der Schrift noch zu uns spricht.«

 

Bonhoeffer erinnert uns an das Zeugnis der Heiligen Schrift, dass Jesus Christus die Jünger durch die Zeit hindurch nicht allein gelassen hat:

 

»Er ist uns heute gegenwärtig, leiblich und mit seinem Wort. Wollen wir seinen Ruf in die Nachfolge hören, so müssen wir ihn dort hören, wo er selbst ist. Der Ruf Jesu Christi ergeht in der Kirche durch sein Wort und Sakrament. Predigt und Sakrament der Kirche sind der Ort der Gegenwart Jesu Christi. Willst du den Ruf Jesu in die Nachfolge hören, so brauchst du dazu keine persönliche Offenbarung. Höre die Predigt und empfange das Sakrament!« 

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